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Herbstgedichte

Die Welt wird immer bunter, bevor sie immer kleiner wird und sich in eine weiße Zauberwelt verändert.
Dem alten Jahr hinterlässt sie ihre ganzen Farben und wartet nur 12 Monate schlafend darauf, wieder mit ihrer verschwenderischen Farbenpracht zu erwachen.
Viele Autoren beschreiben diese, den Abschluß des Jahres ankündigende Jahreszeit, mit ihren sehr eigenen poetischen Wortspielen.

Die Texte habe ich aus antiquarischen Büchern entnommen und für euch aufbereitet.




Der Herbst des Einsamen


Der dunkle Herbst kehrt ein voll Frucht und Fülle,
Vergilbter Glanz von schönen Sommertagen.
Ein reines Blau tritt aus verfallner Hülle;
Der Flug der Vögel tönt von alten Sagen.
Gekeltert ist der Wein, die milde Stille
Erfüllt von leiser Antwort dunkler Fragen.

Und hier und dort ein Kreuz auf ödem Hügel;
Im roten Wald verliert sich eine Herde.
Die Wolke wandert übern Weiherspiegel;
Es ruht des Landmanns ruhige Gebärde.
Sehr leise rührt des Abends blauer Flügel
Ein Dach von dürrem Stroh, die schwarze Erde.

Bald nisten Sterne in des Müden Brauen:
In kühle Stuben kehrt ein still Bescheiden,
Und Engel treten leise aus den blauen
Augen der Liebenden, die sanfter leiden.
Es rauscht das Rohr; anfällt ein knöchern Grauen,
Wenn schwarz der Tau tropft von den kahlen Weiden.


(Georg Trakl)



Fülle


Der Wind geht über's Stoppelfeld,
hat einen rauhen Gruß vermeld't,
vom düstern Herbst, dem Nebelmann,
der alle Tage regnen kann.

Genug ist nicht genug! Gepriesen werde
Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte!
Tief beugt sich mancher allzu reich beschwerte,
Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.

Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube!
Die saftge Pfirsche winkt dem durstgen Munde!
Die trunknen Wespen summen in die Runde:
"Genug ist nicht genug!" um eine Traube.

Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen
Schlürft Dichtergeist am Borne des Genusses,
Das Herz, auch es bedarf des Überflusses,
Genug kann nie und nimmermehr genügen!


(Conrad Ferdinand Meyer)


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